Generell gilt für Neueinsteiger ausprobieren, ausprobieren und nochmals ausprobieren. Dennoch finde ich, dass ein kleines Grundwissen über den Bildaufbau nicht schadet. Deshalb habe ich einige wichtige Punkte zusammengestellt. Es gilt jedoch immer: Fotografieren ist Kunst und Kunst muss man leben und man „darf“ sich nicht immer an alle Regeln halten!

Der korrekte Bildausschnitt

Der korrekte Bildausschnitt ist sehr wichtig. Grundsätzlich gilt: Wenn das Bild langweilig ist, warst du nicht genug nah dran. Die Meisten wollen jedoch möglichst viel auf ein Bild bringen, aber das verwirrt den Betrachter des Bildes zu sehr. Viel besser ist es, wenn man sich vor allem auf einen ausdrucksvollen Bildausschnitt konzentriert.
So zum Beispiel bei den unteren Bildern. Das linke Bild zeigt M&M’s in einem Teller, der Teller ist aber eigentlich vollkommen uninteressant. Wenn man näher hingeht, sind die einzelnen M&M’s viel interessanter.

Langweiliger Bildausschnitt

Langweiliger Bildausschnitt

Interessanter Bildausschnitt

Interessanter Bildausschnitt

Drittel-Regel (Goldener Schnitt)
Die Drittel-Regel vereinfacht die Regeln des „Goldenen Schnitts“, da die genaue Platzierung des Motivs beim „Goldenen Schnitt“ sehr aufwändig ist.

Da Bilder, wo das Motiv in der Mitte ist, meist langweilig und statisch wirken, kann man dies mit der Drittel-Regel ganz einfach verhindern.
Das Bild wird (gedanklich) mit 2 waagerechten und 2 horizontalen Linien in 9 gleichgrosse Teile aufgeteilt. Das Motiv wird nun auf einer der vier Schnittpunkten oder auf einer Linie ausgerichtet.

Der Goldene Schnitt - eine wichtige Gestaltungshilfe

Der Goldene Schnitt – eine wichtige Gestaltungshilfe

Im oberen Bild sieht man eine Bank mit zwei Personen drauf.
Die Bank wurde an der unteren, horizontalen Linie ausgerichtet. Die Personen wurden so platziert, dass die Eine links und die Andere rechts von der linken, vertikalen Linie positioniert ist.

Perspektive
Ein interessantes Bild hängt stark von der Perspektive des Fotografen ab. Wenn der Fotograf das Motiv von oben herab fotografiert (Vogelperspektive), sieht es kleiner aus, als es wirklich ist – von unten herauf wirkt das Motiv grösser (Froschperspektive).

Wenn man zeigen will, wie hoch ein Wolkenkratzer ist, kann man dies mit der Froschperspektive sehr deutlich hervorheben. Oder auch eine Palme oder ein Baum kann man so auf eine andere Art darstellen.

Froschperspektive

Froschperspektive

Froschperspektive

Froschperspektive

Portrait-Fotos aus der Vogelperspektive wirken sehr interessant, da man die Menschen selten von oben herab sieht. Aber auch einen alltäglichen Gegenstand, wie ein Velorad, kann von oben herab interessanter aussehen. Zugegeben, das Rad ist auch in einer etwas speziellen Position.

Vogelperspektive

Vogelperspektive

Vogelperspektive

Vogelperspektive

Stürzende Linien

Da ich gerade kein interessantes Gebäude in der Nähe habe, um diesen Effekt zu zeigen, behelfe ich mir mit einem Parkettboden. Den Boden sollte man jedoch als Wand anschauen, dies erleichtert die Erklärung um einiges.
Wenn man ein Gebäude (oder auch etwas anderes) von unten herauf fotografiert, wirkt das Gebäude schnell schief und die Kanten und Linien scheinen nach hinten wegzukippen.

Das obere Bild habe ich horizontal an den Parkettklötzen ausgerichtet. Da ich das Bild aber von unten herauf aufgenommen habe, wirkt das Parkett so, als würde er nach hinten kippen.

Das untere Bild habe ich vertikal an einem Parkettklotz ausgerichtet. Da ich das Bild aber ebenfalls von unten herauf aufgenommen habe, wirkt so das Parkett extrem schief.

horizontale Ausrichtung

horizontale Ausrichtung

vertikale Ausrichtung

vertikale Ausrichtung

Was kann man dagegen tun?
Man kann sich vom Objekt entfernen, dadurch wird der Unterschied vom obersten und vom untersten Punkt zur Kamera kleiner.  Oder man sucht sich einen höheren Standort um das Objekt zu fotografieren, dies verringert den Unterschied der Entfernungen ebenfalls.

 

 

Wenn ihr tolle Fotos schiessen wollt, nehmt euch diese Tipps zu Herzen – zumindest am Anfang. Aber vergesst nie, Fotografie ist Kunst und man soll muss auch selber ausprobieren! Aber das habe ich ja bereits oben schon geschrieben.