Bei bestem Wetter brachen zwei Freunde und ich im Juli auf, um im Pizol eine zweitägige Wanderungen zu unternehmen. Einige Wochen zuvor diskutierten und recherchierten wir unzähligen Stunden, bis wir uns auf die 5-Seen-Wanderung im Pizol einigten.

Selbstverständlich war die komplette Kameraausrüstung mit dabei und da wir unter freiem Himmel übernachteten, hatten wir natürlich auch einen Schlafsack, Gaskocher und Lebensmittel mit dabei (bei mir knapp 17 Kilogramm!). Wir haben unsere Ankunft in Wangs so geplant, dass wir mit der letzten Bahnfahrt bis zur Pizolhütte kamen (damit es nicht mehr allzu viele Wanderer unterwegs hatte). Nach knapp einer Stunde und 250 Höhenmetern aufwärts wäre dann der Wildsee erreicht. Falls uns dieser See nicht so passen würde, würden wir weiter zum Schottensee laufen (30 Minuten, 150 Höhenmeter abwärts).

Der harte Weg zum Ziel

Doch bereits bei der zweiten Sesselbahn wurden wir ausgebremst – technischer Defekt. Nach einer Stunde lief sie dann zwar wieder, aber die dritte Bahn hatte sich bereits in den Feierabend verabschiedet. Wir und vier weitere, welche ebenfalls gestrandet sind, fragten dennoch das Bahnpersonal, ob sie die Bahn nochmals öffnen könnten. Und tatsächlich, als wir oben ankamen, warteten bereits drei Sessel in der Talstation. Die Bahnarbeiter wollten schnellstmöglich in den Feierabend, so liessen sie die Bahn extrem schnell laufen. So schnell war ich noch nie auf einer Sesselbahn unterwegs!

Der restliche Plan ging dann aber auf und wir kamen um halb sieben beim Schottensee an. Der Weg war zwar nicht steinig, aber voller Schnee, wodurch es zu einer Rutschpartie wurde. Gestürzt bin ich zum Glück nur einmal. 😉 Der Gaskocher wurde sogleich angeworfen, mit unserem Wein angestossen und die ersten Fotos geschossen. Glücklicherweise war Andrin ohne Kamera unterwegs, so konnte er das Abendessen zubereiten und Fabio und ich entdeckten bereits erste Fotospots.

 

Die kalte Nacht

Das Wetter wurde seit unserer Ankunft beim See nur schlechter, wir machten uns bereits Sorgen, dass wir den Sonnenuntergang verpassen werden. Der Nebel sorgte aber für eine grandiose Stimmung und für ein paar tolle Bilder. Er musste sich aber unbedingt verziehen, ansonsten gäbe es keinen Sonnenuntergang und auch keinen klaren Sternenhimmel. Zum Glück hatte Petrus Einsicht und pünktlich zum Sonnenuntergang verzogen sich die Wolken – vielleicht, weil wir alle Rösti aufgegessen hatten? 😉

Nun stand auch einem klaren Sternenhimmel nichts mehr im Weg. Mangels Erfahrung – und vermutlich auch durch technische Beschränkungen – gelangen mir keine ultrageile Nachtbilder der Milchstrasse und des Sternenhimmels. Nach unzähligen Versuchen die Sterne scharf zu stellen, wurde es mir dann irgendwann doch zu kalt und ich ging zu „Bett“.

Mit dem Ergebnis bin ich nicht wirklich zufrieden, ich möchte euch die Bilder dennoch nicht vorenthalten. Die Bilder habe ich mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten aufgenommen – die längste war rund 16.5 Minuten. Dadurch habe ich mich auch nicht gross bewegt, wodurch es dann auch ziemlich kalt wurde.

 

Der nächste Tag

Eigentlich hatten wir mal vor, den Sonnenaufgang zu erleben und zu fotografieren. Wir hatten den Standort sogar vorgängig mittels SunCalc so ausgesucht, dass der Sonnenaufgang schön zwischen den Bergspitzen aufgegangen wäre. Um kurz vor fünf Uhr wollte uns der Wecker aus dem Schlafsack klingen, aber es war uns einfach zu kalt. So blieben wir lieber im Schlafsack und warteten bis uns die ersten Sonnenstrahlen um ca. acht Uhr erreichten. Dann machten wir uns Frühstück – Speck und Spiegelei 🙂

Alsbald kamen dann auch schon wieder die ersten Wanderer, wir packten da aber erst unsere Sachen zusammen. Um zehn Uhr liefen wir dann los. Die 5-Seen-Wanderung hatten wir zu diesem Zeitpunkt erst zu einem Viertel abgespult, es lag also noch ein weiter Weg vor uns. Viel Spektakuläres gibt es da aber nicht mehr zu berichten. Höchstens dass es viele Wanderer unterwegs hatte und wir die grössten Rucksäcke hatten 😉

Das Erlebnis totaler Abgeschiedenheit, ohne Internetempfang, mit einer atemberaubenden Stille und toller Freundschaft sorgten dennoch für einen unvergesslichen Ausflug. Muss definitiv wiederholt werden!